Gender-Agenda: Die bunte Rebellion gegen Mutter Natur

  • Redaktion
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Wer heute provozieren will, braucht nur biologische Tatsachen auszusprechen. Mutter Natur hat die sexuelle Fortpflanzung erfunden. Dafür hat sie zwei entsprechende Geschlechter eingeführt. Doch viele fühlen sich durch dieses altertümliche Modell in ihrer Freiheit eingeschränkt. Gender-Ideologen diskutieren, ob es nicht mehr als zwei Geschlechter gäbe. Seit 2024 darf man sich in Deutschland endlich ganz frei und selbstbestimmt für sein Geschlecht entscheiden. Was wohl Goethe dazu gesagt hätte?

Das Wunder der Zweigeschlechtlichkeit

Die Erdgeschichte hat 300 Millionen Jahre experimentiert bis sie das biologische Erfolgsrezept schlechthin hervorbrachte: die Zweigeschlechtlichkeit. Das war die eigentliche „sexuelle Revolution“ und sie hatte eine enorme Tragweite. Die Entwicklung von Säugetieren und schließlich des Menschen wurde somit erst ermöglicht. Man darf zu Recht behaupten, dass die Entstehung von weiblichen und männlichen Wesen die eleganteste und schönste Erfindung der Natur ist. Wer also meint, es gäbe dutzende Geschlechter, ist sich der Geschichte des Lebens möglicherweise nicht ganz bewusst.

Der Gynäkologe Johannes Huber beschreibt in seinem Buch Wunderwerk Frau, wie viel Mühe sich die Natur gegeben hat, um die Frau zu entwickeln. Der weibliche Körper ist in vielen Hinsichten robuster als der männliche, weil er dafür „konzipiert“ ist, mehr als einen Organismus zu ernähren. Die Frau ist so gebaut, dass neues Leben möglich ist. Es ist schier unbegreiflich, warum man die Unterscheidung zwischen Mann und Frau abschaffen wollen würde.

Das Wunderwerk des weiblichen Körpers ist letztlich auch ein Wunderwerk der Zweigeschlechtlichkeit. Respekt vor der Schöpfung bedeutet in besonderem Maße, auch die Funktion und die Würde der zwei Geschlechter anzuerkennen. Stattdessen rufen Ideologen zur Rebellion gegen Mutter Natur auf.

Ideologie gegen Wissenschaft

Die Leugnung des Unterschiedes zwischen Mann und Frau geht mit radikalem Aktionismus einher. Am 2. Juni 2022 ereignete sich ein Eklat an der Humboldt-Universität in Berlin. Eine junge Biologin namens Marie Luise Vollbrecht wollte einen Vortrag zum Thema Zweigeschlechtlichkeit halten. Der Titel des Vortrags lautete „Geschlecht ist nicht (Ge)schlecht“. Im Vorfeld des geplanten Vortrags kündigten Aktivisten Proteste gegen die Veranstaltung an, die ihrer Meinung nach „unwissenschaftlich“ und „queer- und transfeindlich“ sei.

Aufgrund von Sicherheitsbedenken beschloss die Universität, den Vortrag abzusagen. Somit wurde eine angehende Wissenschaftlerin „gecancelt“, also aufgrund ihrer Meinung boykottiert. Dieser Fall zeigte einmal mehr, dass die Debatte über Gender von einer radikalisierten Minderheit dominiert wird, während die Mehrheit schweigt.

Das psychische Geschlecht

Beim Thema Gender muss man genau differenzieren. Neben dem „biologischen“, „grammatikalischen“ und „sozialen“ gibt es auch das „psychische Geschlecht“.

Die Realität des biologischen Geschlechts ist eindeutig. Dass es mehr als zwei Geschlechter gäbe, ist naturwissenschaftlich widerlegt. Selbst bei sogenannten intergeschlechtlichen Personen handelt es sich um eine Kombination von zwei Geschlechtern.

Beim grammatikalischen Geschlecht wird die Sache komplizierter. Zum Beispiel ist die Sonne „weiblich,“ der Mond „männlich“ und das Licht „neutral“. In anderen Sprachen kann die Zuordnung aber auch ganz anders sein, wenn sie überhaupt ein grammatikalisches Geschlecht haben.

In den Sozialwissenschaften kam die Idee auf, dass die Zufälligkeit des grammatikalischen Geschlechts auch für das soziale Geschlecht gelte. Das Geschlecht werde demnach „sozial konstruiert“, also von der Gesellschaft auferlegt. In anderen Worten, man wird nicht als Frau geboren, sondern erst zur Frau gemacht. Die Rede vom sozialen Geschlecht („Gender“) hat sich seit der feministischen Philosophin Judith Butler durchgesetzt.

Genau genommen ist aber das soziale vom psychischen Geschlecht zu unterscheiden! Das psychische Geschlecht bezeichnet jenes Geschlecht, das der eigenen Selbstwahrnehmung am ehesten entspricht. Die eigene Identität wird damit nicht mehr von der Gesellschaft bestimmt, sondern nur noch dadurch, wie man sich gerade fühlt.

Das psychische Geschlecht macht also Gender zur reinen Gefühlssache. Die heutige Gender-Ideologie ist von diesem radikalen Subjektivismus durchdrungen. Sie vertritt ein Pipi-Langstrumpf-Weltbild: Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt. Man gibt sich super-tolerant – aber nicht gegenüber objektiven, biologischen Kenntnissen.

Geschlechtliche Selbstbestimmung? Gender-Agenda!

Von ideologischer Seite her werden am laufenden Band neue Geschlechter erfunden. Es scheint, als hätten manche keine andere Sorgen, als sich jede Woche für ein neues Geschlecht zu entscheiden. Die Akteure der Gender-Agenda tun so, als wäre die Wahl des Geschlechts eine Frage der freien Entscheidung.

Biologisch mag die Sache zwar klar sein. Jetzt wird der Begriff des Geschlechts aber auch von juristischer Seite aufgeweicht. So verabschiedete zum Beispiel der Deutsche Bundestag am 12. April 2024 das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz. Das bedeutet, dass „trans-, intergeschlechtliche und nichtbinäre Menschen“ künftig ihren Geschlechtseintrag und ihre Vornamen einmal pro Jahr beim Standesamt ändern dürfen.

Mittlerweile sind wir also an einem Punkt angekommen, wo die Gender-Ideologie dermaßen überhandnimmt, dass die biologische Realität völlig geleugnet wird. Goethe sagte einst: „Die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer strenge, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer des Menschen.“ Vielleicht sollten wir diese Erkenntnis beherzigen. Hören wir auf, körperlich und seelisch an jungen Menschen herum zu pfuschen. Bewundern wir mit gesunder Ehrfurcht die Geschlechtlichkeit als das geniale Werk unserer Mutter Natur.

Bildquellen
Isi Parente, https://www.pexels.com/de-de/foto/person-frau-homosexuell-kopie-raum-11585077/
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